Kraftfarben

Was sind Kraftfarben?

Was wäre unsere Welt ohne Farben? Farben sind schön oder erregend, grell oder langweilig, harmonisierend oder wirken aggressiv. Farben sind ein ganz natürlicher Teil unserer Welt und so selbstverständlich, dass wir kaum darüber nachdenken oder sie bewusst wahrnehmen. Jedes Jahr ist eine neue Farbe modern für Kleidung, Interieur oder Auto und oft folgen wir diesen Trends automatisch.

Was wäre, wenn Farben uns nicht einfach passieren, sondern wenn wir Farben bewusst einsetzen würden? Würde es Einfluss haben auf unsere Laune, unsere Gedanken und auf unser Handeln? Auf unsere Gesundheit, auf die Atmosphäre in unserem zuhause oder auf die Motivation bei der Arbeit?

Auf diese Fragen habe ich in meinem Kunststudium Ende der 1980er Jahre keine Antworten bekommen. Wir lernten die klassische Farbenlehre für den Gestaltungsprozess. Ich habe mich damals selbst scharf beobachtet und festgestellt, dass ich in bestimmten Zeiten bestimmte Farben bevorzugte, beim Malen, in der Kleidung und in meiner Wohnung. Nachdem ich mich lange mit dem Einfluss der Farben und ihrer Heilkraft beschäftigt habe, war es  irgendwann Zeit, dieses Wissen zu vertiefen. Eine Ausbildung als Creative Therapeutin in meinem Heimatland, den Niederlanden, folgte. Dies reichte mir jedoch nicht und meine Suche brachte mich auf die Spuren von Vicky Wall, Dorothye Parker, Margot Ruiter und Dan Millman. Bei diesen wichtigen Lehrern fand ich meine Antworten und sie inspirierten mich, persönliche Kraftfarbenporträts zu schreiben und passend dazu, Bilder zu malen. Bilder, die nicht nur eine reine Dekoration sind, sondern einen Mehrwert haben. Die persönlich, individuell und einzigartig sind. Die alleine schon durch ihre Betrachtung wirken und Kraft spenden, Balance herstellen und den Besitzern große Freude bereiten.

Allgemein sind Farben nicht nur in der Kunst wichtig, sondern Farben haben eine kulturelle Bedeutung, stehen als Symbol für etwas oder haben auch ihre Wirkung in der Sprache („Rot sehen vor Wut“, „die Welt durch eine Rosarote Brille sehen“ oder „Grün vor Eifersucht sehen“). Über ihre Symbolik hinaus haben Farben ganz greifbare Wirkungen, emotional-psychologisch oder medizinisch-therapeutisch. Farben wirken direkt physiologisch oder als Katalysator, z.B. in der meditativ-spirituellen Anwendung.

Aber wie funktioniert das?

Licht und Farbe sind elektromagnetische Vibrationen und werden von unserer Haut und unseren Augen aufgenommen und über die Nervenbahnen zu unserem Gehirn transportiert. Von da an finden bestimmte Prozesse statt im Hypothalamus (regelt der Hormonhaushalt), der Hypophyse (Ausschüttung der Hormone) sowie im sympathischen und parasympathischen Nervensystem (Aktion bzw. Entspannung). Und diese Prozesse beeinflussen unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. So arbeiten Farben auf der unterbewussten Ebene, d.h., diese wird nicht bewusst durch unseren Willen gesteuert. Als Beispiel nehmen wir unser Gefühl, wenn der Himmel grau ist und wie unsere Stimmung sich aufhellt, wenn der Himmel blau ist und die Sonne scheint.

Wenn wir die Eigenschaften und Energien der Farben bewusst ganzheitlich betrachten und kombinieren, entstehen die sogenannten Kraftfarben. Eine gute oder eine schlechte Stimmung haben eine direkte Auswirkung auf unsere emotionale, mentale und körperliche Gesundheit und auf unser Funktionieren. Jede Farbe hat somit ihre eigenen Eigenschaften, die auch wir in uns tragen und kann uns stärken, in Balance bringen und motivieren.